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Tirol Milch-Lexikon

Was können unsere Kühe?
Eine Milchkuh gibt täglich etwa 19 l Milch. Das sind ca. 6.000 l im Jahr. Die Durchschnittsmenge schwankt je nach Region und Rasse. Jede Kuh wird dafür täglich 2 Mal gemolken. Die Milchleistung ist genetisch festgelegt und kann nicht gesteigert werden. Aus einer Tagesmelkmenge ergeben sich viele, wertvolle Molkereiprodukte, wie zum Beispiel: 19 l Frischmilch, 4 Päckchen Butter oder 22 kg Fruchtjoghurt. Auch kann eine Kuh pro Tag die Milchgrundlage für 2 kg Käse oder 4 kg Topfen liefern. Allerdings kann alles, was dem Tier schadet, die Leistung senken. Eine artgerechte Haltung nützt somit nicht nur der Kuh, sondern auch den Konsumenten. In Tirol werden sehr kleine Viehbestände an den Höfen gehalten. Das ist mit ein Grund für die höchste Tiergesundheit europaweit.

Warum sind die Tiroler Kühe besonders gesund?
Aufgrund der Tierhaltung in kleinsten Herden ergibt sich in Tirol die europaweit höchste Tiergesundheit. Weiters zeichnen unsere Milch die gesunden Böden und beste Futterbedingungen durch frische Kräuter und Gräser aus. Mehr als die Hälfte der Tiroler Bauern arbeiten in der Milchproduktion.

Pionierarbeit bei „kontrolliert gentechnikfreier“ Milch!
Als erste europäische Molkerei brachte Tirol Milch 2003 die „kontrolliert gentechnikfreie Voll- bzw. Leichtmilch“ auf den Markt, als Antwort auf das zweiterfolgreichste Österreichische Volksbegehren aller Zeiten 1997. Mehr als 1,2 Mill. Österreicherinnen und Österreicher sprachen sich damals gegen gentechnisch veränderte Produkte aus. Diese Vorreiterrolle wurde mit zahlreichen Auszeichnungen – u.a. mit dem Innovationspreis SIAL d’OR oder mit dem „taste_03“ – honoriert. Seit Jänner 2010 wird die gesamte von Tirol Milch verarbeitete Milch gentechnikfrei produziert.

Machen Tiroler Kühe „Almurlaub“?
Tirol ist das Almland Nummer 1. Hier werden ca. 200.000 ha Almfutterfläche und ca. 100.000 ha landwirtschaftliche Fläche von den Tal- und Bergbauern bewirtschaftet und gepflegt. 47% unserer Tiroler Milchkühe werden gealpt. Im Vergleich dazu sind es in Österreich nur 7%. 80% der Tiroler Rinder gehen auf die Alm. Über 60% der österreichischen Almmilch wird in Tirol erzeugt.

Ist Almmilch gesünder?
Kühe, die auf hoch gelegenen Alpenwiesen grasen, produzieren weniger Milch – dafür aber ist diese gesünder und nährstoffreicher. Der in Höhenlagen niedrigere Sauerstoffgehalt der Luft macht die Kühe kurzatmig und sie verbrauchen mehr Energie. Daher produzieren diese Tiere weniger Milch, die aber qualitativ hochwertiger ist. Sie enthält mehr Eiweiß, vor allem jedoch deutlich mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 oder Linolsäure. Beide Substanzen stehen in dem Ruf, Herzkrankheiten vorzubeugen. Die gesunden Fettsäuren finden sich dann in der Milch und auch in Milcherzeugnissen wie Käse aus Alpenmilch.

Woher kommt die Milch, die Tirol Milch verarbeitet?
21 % der von Tirol Milch verarbeiteten Milch stammt aus dem Bezirk Kufstein. Gefolgt von Kitzbühel mit 20 % und den Schwazer Milchlieferanten mit einem Anteil von 18 %. Innsbruck Stadt bzw. Land stellen 16 % der Gesamtmilchmenge. Osttirol bezieht am Standort Lienz 14 % der gesamten Milch, welche auch vor Ort bei der Tirol Milch in Lienz verarbeitet wird. Imst (6 %) und Landeck (5 %) stellen die kleinsten Anteile. Gesamt ergibt dies eine jährliche Menge von 220 Mio. kg Milch.

Was passiert im Tiroler Felsenkeller?
Die Geschichte der Höhlen, in welchen wir heute unseren Tiroler Felsenkeller Käse reifen lassen, beginnt 1658. Brauleute bauten damals einen 50 Meter tiefen und 15 Meter breiten Stollen in den Berg bei Wörgl und Kundl. Dort herrschten konstante Temperaturen und eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit. Dadurch kann der Tiroler Felsenkeller Käse optimal reifen. Die Felsenhöhlen waren ursprünglich als Lagerräumlichkeiten für das beliebte Kundler Bier gedacht. In den Kriegsjahren 1942 bis 1945 wurden aus der Innsbrucker Hofkirche die „Schwarzen Mander“ wegen Bombengefahr in die Felsenkeller gebracht. Auch 170 Kundler Bürger fühlten sich hier in Sicherheit. 55 Jahre später reiften in den Höhlen erstmals einige hundert Laibe Bergkäse heran, was bis heute gelebte Tirol Milch-Tradition ist.

Ist Tirol Milch Schulmilch-Produzent?
Tirol Milch beliefert ca. 300 Tiroler Schulen direkt mit Milchprodukten - von der Volksschule bis zu den Höheren Schulen. Neben der Schulmilch kommt auch Tiroler Trinkkakao oder Lattella sowie Fruchtjoghurt direkt in die Tiroler Schulen, die dieses günstige Angebot gerne nutzen.

Was ist der „EU-Ursprungsschutz“?
Käsespezialitäten spiegeln ein Stück Kultur und Identität des jeweiligen Gebietes wider. Die Herkunft ist etwas Besonderes und will geschützt sein. Käse verdienen diese geographische Herkunftsbezeichnung im Namen nur, wenn sie in dieser Region, nach den dort festgelegten Vorschriften für Herstellung, Zusammensetzung und Eigenschaften produziert wurden. In Österreich gibt es nur sechs Käsesorten, die diesen Herkunftsschutz genießen. Darunter der Tiroler Bergkäse, der Tiroler Graukäse und unser Tiroler Alm- und Alpenkäse.

Warum ist die Milch weiß?
Kaum einer weiß, wie wertvoll Milch wirklich ist. Milch ist ein All-Inclusive Naturprodukt. Sie ist der optimale Mix aus lebensnotwendigen Nährstoffen. Milch besteht zu fast 90 % aus Wasser, zu ca. 4 % aus Milchzucker – genannt Laktose und vielen weiteren, wichtigen Inhaltsstoffen wie Milchfett, Milcheiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen. Schon Milchfett und Milcheiweiß sorgen für eine weiße Färbung. Das Fett und das Wasser der Milch ergeben eine Emulsion. Das bedeutet, dass das Fett in kleinste Tröpfchen von wenigen Tausendstel Millimeter Größe in der Milch verteilt wird. Diese Tropfen streuen das einfallende Licht und die Milch erscheint durch diese Reflektion weiß.

Warum ist die Butter gelb?
Butter ist eine Wasser-in-Fett-Emulsion. Sie ist bekömmlich und leicht verdaulich. Durch Butter können viele Vitamine besser im Körper aufgenommen werden. Aber warum ist Butter gelb? Die Farbe der Butter wird durch das Kuhfutter beeinflusst. Das Carotin macht’s aus. Carotin ist ein natürlicher Pflanzenfarbstoff. Es wird im Körper zu Vitamin A verwandelt. Im Sommer, wenn die Kühe saftiges Grün der Wiesen zu fressen bekommen, nehmen sie vermehrt Carotin auf. Aus diesem Grund ist die Winterbutter auch heller als die Sommerbutter.

Wie wird Milch haltbar gemacht?
Es gibt verschiedene Verfahren zur Haltbarmachung von Milch. Bei der Pasteurisierung wird die Milch ca. 15 Sek. auf mindestens 72°C erwärmt und sofort wieder abgekühlt. Dadurch wird sie keimarm und trinkfertig. Pasteurisierte Milch hält im Kühlschrank einige Tage. UHT heißt Ultra-Hoch-Temperatur. Hier wird die Milch für einige Sekunden auf ca. 135°C erhitzt und schnell wieder abgekühlt. Haltbarmilch ist keimfrei und kann ungeöffnet 8 bis 10 Wochen aufbewahrt werden. Generell wird Milch auch homogenisiert. Das bedeutet, dass Milchfett zerkleinert und fein in der Milch verteilt wird. So kann es sich nicht mehr an der Oberfläche sammeln. Bei keinem der Verfahren werden der Milch Zusatzstoffe beigegeben.

Was ist eine „länger frische Milch“ oder auch ESL Milch?
Wer nicht regelmäßig Einkaufen geht und den Kochgeschmack von H-Milch nicht mag, findet in der ESL-Milch eine gute Alternative.
ESL heißt übersetzt „extended shelf life“ – was eine längere Haltbarkeit im Kühlregal bedeutet. ESL Milch ist bis zu 3 Wochen haltbar und liegt somit zwischen der pasteurisierten Milch, welche 5-6 Tage aufbewahrt werden kann, und der H-Milch die sich über 3 Monate hält. Zur Haltbarmachung wird die ESL-Milch – das Mittelding zwischen Frisch- und Haltbarmilch - nur für etwa 10-15 Sekunden auf 125°C erhitzt und sofort wieder abgekühlt. Dadurch bleiben Vitamine und Nährstoffe der Milch sowie der frische Geschmack weitgehend erhalten. Wer also seine Milch länger frisch genießen möchte ist mit der ESL-Milch sehr gut bedient.

Was ist eine Laktoseintoleranz?
Milch hat ihren eigenen Zucker, den Milchzucker - genannt Laktose.
Laktose verbessert die Aufnahme von Kalzium und sorgt für eine gesunde Darmflora. Das Enzym Laktase spaltet die Laktose in ihre zwei Bestandteile Galaktose und Glukose. Diese werden so über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen. Laktoseintoleranz ist die Milchzucker-Unverträglichkeit. Der Milchzucker kann im Dünndarm nicht gespalten und somit nicht, oder nur schwer verdaut werden. In Europa leiden etwa 10 % der Bevölkerung an dieser Unverträglichkeit. Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Buttermilch werden üblicherweise gut vertragen. Käse ist laktosefrei, da der Milchzucker bei der Käseherstellung abgebaut wird. Somit kann Käse von Menschen, die an Laktose-Intoleranz leiden, problemlos gegessen werden und ist ein perfekter Kalziumlieferant.

Was ist das AMA Gütesiegel?
Das AMA-Gütesiegel gewährleistet unabhängige Kontrollen und steht für konventionell erzeugte Lebensmittel, die überdurchschnittliche Qualitätskriterien erfüllen und deren Herkunft nachvollziehbar ist. Mit dem AMA-Gütesiegel soll dem Konsumenten die Kaufentscheidung erleichtert werden, denn mit einem Blick werden die 3 Vorteile der damit ausgezeichneten Ware erkennbar: Ausgezeichnete Qualität, nachvollziehbare Herkunft und unabhängige Kontrollen.

Was kann Molke?
Molke, auch Milch-Serum genannt, entsteht bei der Käseherstellung. Milch wird durch Lab und Milchsäure zum Gerinnen gebracht. Dabei wird der feste Teil der Milch vom flüssigen – also der Molke – getrennt. Somit bleiben der Molke alle wertvollen Inhaltsstoffe der Milch wie Vitamine, Proteine und Mineralstoffe erhalten. Sie ist aber nahezu fettfrei. Das nährstoffreiche Getränk ist optimal für Sportler, Kinder aber auch für ältere Menschen ein willkommener Nährstofflieferant. Molke entschlackt aber auch den Körper. Durch sie wird die Verdauung angeregt und die Darmflora regeneriert.

Tipp: Molke eignet sich ideal für einen Entschlackungstag, an dem Sie zwei Liter Naturmolke über den Tag verteilt trinken sollten.

Käse ist gesund!
Käse ist ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Er enthält wichtige Proteine, die der Körper selbst nicht herstellen kann und unterstützt daher die lebenswichtige Regeneration der Körperzellen. Durch seine wertvollen Mineralstoffe Kalzium und Magnesium stärkt er Knochen und Zähne. Die B-Vitamine unterstützen unter anderem die Blutbildung und den Stoffwechsel. Vitamin A ist wichtig für Augen, Immunsystem und für eine gesunde Haut. Das Vitamin D fördert den Einbau von Kalzium in Knochen und Zähne.

Wie lagert man Käse am besten?
Käse sollte gut verpackt bei 4-9 Grad lichtgeschützt gelagert werden. Am besten eignen sich die unteren Fächer des Kühlschranks. Vorsicht: Temperaturschwankungen verkürzen die Haltbarkeit. Verpacken Sie Hart- und Schnittkäse in Klarsichtfolie, Weichkäse in der Originalverpackung lassen und Blau- oder Grünschimmelkäse in Alufolie. Frieren Sie Käse niemals ein, denn das schadet dem Geschmack! Hart- und Schnittkäse sollte man in größeren Stücken kaufen, denn aufgeschnitten trocknet der Käse rasch aus und verliert an Aroma.

Wie viel Fett enthält Käse?
Da bei der Lagerung und Reifung Wasser verdunstet, ist ein gleich bleibender Prozentsatz des Fettgehalts nicht möglich. Deshalb wird der Fettgehalt auf der Packung mit der Abkürzung F.i.Tr. (Fett in Trockenmasse) angegeben. Dieser Prozentsatz gibt den Fettgehalt in der Trockenmasse des Käses an, nachdem alle Wasseranteile entzogen wurden. Deshalb sollte man sich immer auf den zweiten Wert (Fett absolut) verlassen, der den tatsächlichen Fettgehalt angibt.

Welche Käsegruppen gibt es?
Die bekannten Käsegruppen sind Frisch-, Weich-, Schnitt- und Hartkäse. Sie alle werden nach einem einfachen Kriterium unterschieden – ihrem Wassergehalt und somit nach ihrer Konsistenz.

  • Frischkäse enthält ca. 60 – 70 % Wasser: Topfen oder Frischkäse
  • Weichkäse enthält ca. 50 – 60 % Wasser: Contessa Paola, Graf Görz
  • Schnittkäse enthält ca. 40 – 50 % Wasser: Milder Inntaler, Kaiser Max
  • Hartkäse enthält ca. 30 – 40 % Wasser: Bergkäse, Almkäse